Kristina Zybszweda PDF Print E-mail
Written by Zorn Norbert - Site Internet -Krystyna Zbyszwska   

 

Das Schiksal der polnischen Kriegsgefangenen wird von Elodie, Schülerin im Lycée Français de Hambourg wargenommen. Dazu gehört auch die Geschichte des Warschauers Aufstandes im August September 1944 und die Geschichte der Frauen die am Auftsand teilgenommen hatten und als Kriegsgefangene nach Sandbostel kamen –so wie Krystyna Zbyszewska. Ein polnischer Zeitzeuge, Herr Baranowski wird auch am 29 April anwesend sein. Um Elodie zu helfen diesen Teil der Geschichte auf zu arbeiten hat sich Major Krolokowski, Offizier in der polnischen Armee bereit erklärt Elodie‘s Pate zu sein.

 

Krystyna Zbyszewska

Bericht von Krystyna Zbyszewska


Zum ersten Mal ließen sie uns in Bremen aussteigen und von dort aus gingen wir in das erste Lager Sandbostel zu Fuß. Von weitem sahen wir schon das Lager und Männer in Uniformen; wir dachten, dass es was Gutes bedeutete, nämlich, dass wir Kriegsgefangene waren. Wir wussten nicht, was mit uns weiter passieren sollte.


Als ich sah, dass sie Uniforme trugen, dachte ich, dass wir nicht in einem Konzentrationslager sonder in einem Gefangenenlager waren. Die Männer gingen in andere Baracken als wir. Wir hatten zwei Baracken, Ich schlief in einer und meine Freundinnen in der zweiten. Am Anfang schlief ich direkt auf dem Boden, aber als sie sahen, dass ich vierzehn war, wurde ich in die zweite Baracke versetzt. Dort gab es eine Art Zimmer und jüngere Mädchen.


Die Männer, die sich uns durch einen Drahtzaun anschauten, wunderten sich, dass dort überhaupt Frauen waren - und noch solche junge Mädchen dazu. Ich war ziemlich klein - nur 158 cm. Die anderen Mädchen waren in meinem Alter und waren auch gleich groß.


Das Klima dort war abscheulich, es war lehmig, überall gab es Schlamm, das war Herbst und es regnete fast die ganze Zeit.


Die Ernährung sah wie folgt aus: morgens gab es einen wunderbaren Kaffee, also erdfarbenes Wasser, einen Laib Brot für sechs Personen und ein Stück Margarine, dazu ein wenig Rübenmarmelade. Zu Mittagessen gab es Suppe, sehr lecker, Blattkohl-, Steckrüben- und manchmal Erbsensuppe. In einer jeden Erbse war ein kleines Loch, und aus diesem Loch kroch ein kleines Würmchen raus und diese Würmchen versammelten sich auf der Oberfläche und bildeten eine dicke Schicht. Abends bekamen wir nur Kaffee. Das Brot, das wir morgens bekamen, musste man in zwei Portionen, in die Morgen- und Abendsportion, teilen. Ein- oder zweimal waren alle glücklich, weil sie zwei Kartoffeln bekamen. Die Deutschen haben uns nicht gezwungen, zu arbeiten. Ich weiß, dass es in anderen Lagern der Fall war, jedoch nicht bei uns, zumindest wusste ich nichts davon.


In unserem Lager waren 150 bis 200 Frauen. Gegen Weihnachten sagten sie uns, sie würden uns in ein Frauenlager verbringen. Da wussten wir nicht, ob wir uns freuen oder Sorgen machen sollen. Wir packten alles zusammen, da war alles vorbereitet. Am frühen Morgen sollten wir wegfahren, aber in der Nacht bin ich ganz rot geworden und hatte 40 Grad Fieber. Meine Gruppenleiterin meldete, dass ich Fieber habe. Es kam ein Arzt, mit ihm kamen drei oder vier polnische Soldaten mit Tragen und sie brachten mich ins Krankenhaus. Das Krankenhaus war jenseits der Lagerdrähte. Das Krankenhaus war für alle da, denn in diesem Lager waren nicht nur Polen, es waren auch Italiener, Franzosen und angeblich auch zwei Engländer da. Es war ein internationales Kriegsgefangenenlager. In dem Krankenhaus arbeiteten vor allem polnische Ärzte. Es hat sich herausgestellt, dass ich Diphtherie habe. Hinter dem Krankenhausgebäude waren zwei Baracken für Diphtheriekranken. Da lagen fünf Kolleginnen. Dort war es wunderbar. Wir bekamen Nudeln, Suppen mit Graupe. Nach all dem, was ich während des Aufstandes und im Lager erlebt hatte, kam mir dieses Essen so wunderbar vor, als ob es Ritz-Hotel wäre. In den Krankenhausbaracken war ich bis Ende März.


Dann kamen zwei Wehrmachtsoldaten, mit dicken Bäuchen, beide waren schon älter, sie führten uns zum Bahnhof und wir fuhren nach Oberlangen, zu einem Gefangenenlager für Frauen. Ich kam in die letzte Baracke, denn es war der letzte Transport, der da ankam. Nach einigen Monaten kam ich meinen Kolleginnen nach. Da ging es uns recht gut, es gab z.B. olympische Spiele - Lauf, Weitsprung, da nahm ich daran teil, konnte aber nichts gewinnen. Die Kommandantin ließ sich diverse Angebote für uns einfallen, damit wir keine Langeweile haben und nicht dauern am Fenster sitzen. Wir bekamen Englischunterricht. Wenn Festtage kommen sollten, dann lernten wir kirchliche Lieder. Es kam zu uns ein Priester aus Italien.


Im April war der ganze Himmel voll von Bombenflugzeugen. Ich war glücklich, dass der Krieg zu Ende ist. Ich dachte, dass sie Deutschen keine Kraft mehr haben, um diese Flugzeuge abzuschießen. Die Kanonen rückten immer näher. Eines Tages sahen wir am Horizont einen Panzer. Die Kolleginnen, die Englisch sprachen, gingen, um die die Soldaten zu begrüßen, in der Hand hielten sie die polnische Nationalfahne. Die Soldaten kamen und die Kolleginnen sprachen zu ihnen auf Englisch, und die Soldaten schreien auf einmal auf: "Frauen! Ihr seid Polinnen, und wir sind Polen!" Wir fragten sie, woher sie kommen und die sagten uns, sie sind vom General Maczek. Sie sagten uns, wir sind schon frei. Wir waren so glücklich! Die Wachen von den Wachtürmen sind irgendwohin geflohen. Der Kommandant des Lagers soll verhaftet worden sein. Alle dachten, dass die Engländer kommen, und das Lager wurde dann doch von den Polen befreit und sie haben sich um uns gekümmert. Ich weiß nicht, woher sie damals so viele Hähnchen und Konserven hatten. Mit meinem geistigen Auge kann ich heute noch mich selbst sehen, wie ich auf einem Hocker sitze, vor mir steht eine Konserve mit Heringen, die ich hasse, eine Dose Pulvermilch und eine Konserve mit süß zubereitetem Schweinefleisch, also scheußlich! Aber ich habe dies gegessen. Die kamen zu uns, sie suchten nach ihren Verwandten, Bekannten. Sie veranstalteten für uns Partys. Nach drei Wochen, da kam jemand zu mir. Zuerst hatte ich eine "Tante", eine Freundin meiner Mutter, die ein Offizier war, angeschrieben. Ich wusste, in welchem Lager sie war. Ich schrieb ihr, ob sie vielleicht etwas über meine Mutter weiß und dass ich in Oberlangen bin und auf Nachrichten warte. In dieser Zeit wurde meine Mutter von Amerikanern in Ravensbrück befreit, ihr gesundheitlicher Zustand war fatal und sie wurde nach Murnau ins Krankenhaus verbracht. Da war ein riesiges Offizierslager da, das seit 1939 funktionierte. In diesem Lager wurde sie ernährt und sie bekam auch irgendwelche Arzneimittel. Meine Mutter schrieb auch an ihre Freundin, an die "Tante", die Maria Gutry hieß und vor dem Krieg und während der Besatzung in einer Bücherei gearbeitet hatte. Diese zwei Briefe, der Brief von mir und der Brief von meiner Mutter, trafen bei ihr zusammen. Sie schickte meiner Mutter meine Anschrift und meine Mutter kannte in Murnau alle Generäle, Majore und sonstige Kapitäne. Da war ein General da, dessen Tochter in Oberlangen war und er schickte zu ihr einen Dienstwagen mit Fahrer. Meine Mutter hatte gebeten, dass auch ich mitgenommen werde und nach Murnau gebracht werde. Da kam ein Soldat und sagte, dass ein gewisser General mich bittet, dass ich nach Murnau fahre, denn da ist meine Mutter da. Ich war sehr glücklich, sofort packte ich meine Sachen zusammen, ich ging zur Kommandantin mit diesem Soldaten gleich mit. Der Soldat musste sagen, wie dieser General heißt, denn man durfte nicht einfach so das Lager verlassen, ich war Soldat und keine Privatperson. Die Kommandantin war damit einverstanden, dass ich mitfahre. Wir sind zwei Tage lang durch Deutschland gefahren. Ich kam in Murnau, in den Alpen, an.


A story of Poles in Sandbostel


The map of POWs camps in the III Reich shows that during a few months since the capitulation of Warsaw till the capitulation of the Germany, POWs were constantly transferred from one camp to another. The reasons for this probably stemmed from the fact of the overcrowding in camps even before the arrival of insurgents as well as an approaching front lines requiring relocation of the camps deeper into German territory. A majority of POWs was evacuated to Sandbostel X B near Hamburg. By the end of WWII the Germans had in this camp about 15000 POWs of Polish origin and few thousans of POWs of different nationalities.


During the first day of April 1945, the commander of Sandobostel camp had released into Gestapo's custody the colonel Karol Ziemski, codename "Wachnowski", colonel Mieczyslaw Niedzielski, codename "Zywiciel" and 27 other officers of the Warsaw Uprising - most of them members of Kedyw. They were accused of forming a secret organization and conspire to overtake the camp by force. Upon the arrest they were taken to the concentration camp in Neuegamme. There was a serious concern that they could be murdered. The Norvegian and Danes POWs informed about this danger a Red Cross mission, which at the time had been conducting camps inspections with a count Folke Bernadotte - a nephew of the Swedish king. Bernadotte intervened with Himmler. The good relations with the Swede were crucial for Himmler since he was planning to use him as a mediator in ceasefire negotiations with the Allies. Himmler consented to the release of Polish officers. They received back their uniforms and were taken to Koln to an "educational camp" (Arbeitserzie-hungslager) in Hesse-Russe. From this camp they were sent to Stalag II E in Schwerin and later to Oflag X C in Lubeka. They were liberated on May 2nd by the British.


By the end of April 1945, a majority of Sandobostel POWs were evacuated by foot to Bad Schwarz near Lebeka, where they were liberated on May 1st by the British forces. Polish POWs, who remained in Sandbostel were liberated on April 29th,1945 by the Canadian forces.


With the tightening of the allied loop around the Germany, many more POW camps were liberated. Depending on the location, they were liberated by the Russians, Americans and the British. Some POWs liberated by the Red Army had tried to go West and join the Polish Armed Forces there. This in particular applied to soldiers from the regions annexed by the Soviet Union. Many Warsowians upon learning about the persecutions faced by the Home Army soldiers from NKWD and communist regime did not returned to Poland.


Insurgents who had chosen to immigrate settled mostly in Britain, Canada and the United States. Many stayed there until the end of their lives. Often, life didn't treat them well. Many respected, often high rank officers, aged and unaccustomed to a new reality gad been forced to work as janitors, attendants and waiters. Some, after many years of immigration, returned to Poland. Most of the younger insurgents had decided to came back to their country. Their lives took different turns. Some were arrested, charged and condemned to many years in prison and sometimes faced a death penalty. It was in 1956 when the policies towards the soldiers of the Home Army ("spat-on dwarfs of reactionism") had changed.


prepared by Maciej Janaszek-Seydlitz
translated by Ewa Bultrowicz