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Die Gedenkfeier am 29. April
 Die Gedenkfeier am 29. April beginnt um 16 Uhr mit einer Andacht auf der Kriegsgräberstätte. Entsprechend einer Vorschrift der Wehrmacht gehörte zu jedem Kriegsgefangenenlager auch immer ein Friedhof, der in einer bestimmten Entfernung vom Lager errichtet werden musste. In Sandbostel wurde er ca. 2 km vom Lager entfernt errichtet. Die ersten Toten wurden allerdings in der benachbarten Ortschaft Parnewinkel bestattet. Dort gab es im bereits Ersten Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager, zu dem auch ein Friedhof gehörte. Als dann das Massensterben anfing, wurde ein zweiter Friedhof angelegt. Dieser Friedhof wurde hinter der Ortschaft in Richtung Bevern errichtet. In der Ortschaft Sandbostel weisen die Schilder "Kriegsgräberstätte" dorthin.
Nach der Andacht wird von Vertretern der Stiftung Lager Sandbostel zu Ehren der Toten am Hochkreuz ein Kranz niedergelegt.
Anschliessend geht die Feier um 17 Uhr mit der Kundgebung in der damaligen Küche des Lagers weiter. Dort präsentieren die Schülerinnen, Schüler und Soldaten die Ergebnisse einer Zeitzeugenbefragung in künstlerischen Form. In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt bei den Gedenkfeiern auf Reden und Ansprachen sowie einer dokumentarischen Lesung von Gymnasiasten. Dieses Jahr wollen wir etwas Neues probieren.
 Das Foto links zeigt eine der beiden noch vorhandenen Küchen des Kriegsgefangenenlagers. Hier findet die Aufführung der Schüler und Soldaten statt. Das Gebäude hat ein Größe von rd. 1200 qm und wurde im vergangenen Jahr saniert. Der Längstrakt wurde 1939 nach einem Standardbauplan der Wehrmacht errichtet, der Anbau stammt aus der zweiten Bauphase.
Wie viele Gebäude des früheren Kriegsgefangenenlagers im heutigen Gewerbegebiet Immenhain der Gemeinde Sandbostel ist auch dieses bundesweit und wahrscheinlich sogar europaweit einzigartig. Viele Gebäude wurden in den 90er Jahren unter Denkmalschutz gestellt.
Nach der Präsentation der Jugendlichen und Soldaten werden von französischen und deutschen Offizieren am Gedenkstein vor der evangelischen Lagerkirche Kränze niedergelegt. Die Kirche hat eine außergewöhnliche Geschichte und dürfte bundesweit auch einmalig sein. Der Vorläufer der Kirche, eine sogenannte Nissenhütte, wurde von den britischen Truppen errichtet. Kurz nach Kriegsende wurden in einem Teilbereich des Lagers SS-und NS-Funktionäre inhaftiert. Von hier aus wurden sie entweder nach Nürnberg zu den Kriegsverbrecherprozessen gebracht oder vor den Spruchgerichten in Stade abgeurteilt.
Diese Internierten konnten sich die Nissenhütte zu einer Kirche ausbauen, die Ostern 1946 eingeweiht wurde. 1956/57 wurde die Nissenhütte renoviert und bekam anstelle der Blechhaut ein festes Mauerwerk. Original ist heute noch der Altar, der von SS-Internierten aus Steinen abgetragener Lagerbaracken errichtet wurde.
In der Lagerkirche findet um 19 Uhr der Gedenkgottesdienst statt.
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